Wieso unterstellt man Fibromyalgiepatienten immer wieder psychische Probleme?

Aktualisiert: 9. Sept.


Massage im Schulterblattbereich
Fibromyalgie Leitsymptom generalisierte Muskelschmerzen (Bild Pixabay)

Nach meiner Meinung ist das ein Riesenproblem in der Medizin.


In der Zeit nachdem ich meine Ausbildung absolviert hatte hat die psychosomatische Medizin immer mehr an Einfluss gewonnen.


Tatsache ist, dass der größte Teil der Ärzte, genau so wie die schulmedizinische Lehre, die ja die Ausbildung der ganzen Medizinergenerationen verantwortet, überhaupt keine Ahnung haben, wie chronische Krankheiten entstehen und was die Auslöser dafür sind. Man weiß natürlich, dass z.B. eine Parkinsonerkrankung mit Veränderungen in einer bestimmten Hirnregion (Substantia nigra) verknüpft ist, aber man weiß überhaupt nicht warum der eine Patient eine bestimmte Krankheit entwickelt und ein anderer nicht. Wie ein Reflex wird dann, wenn man nicht mehr weiter weiß die Psychomedizin aus der Kiste geholt. Man weiß sich als Arzt damit gut im Mainstream aufgehoben. Nur, dem Patienten hilft das kein bißchen weiter.


Wenn ein Arzt etwas nicht weiß und dem Patienten gegenüber zugibt ist das in meinen Augen keine Schande, sondern zeugt von Ehrlichkeit. Das Schlimme an dem Psychoreflex ist in meinen Augen folgendes: Der Patient hat ein Problem, ist verzweifelt und wendet sich vertrauensvoll an den Arzt. Schlimm genug, dass er ihm nicht helfen kann. Aber man verschlimmert die Situation für den Patienten noch, indem man ihm in wohlgesetzten Worten vermittelt, dass er wahrscheinlich eine Psychomacke hat, was natürlich in den allermeisten Fällen überhaupt nicht stimmt.


Das Problem ist der Arzt, das Nichtwissen der Schulmedizin und vor allem das man das nicht ehrlich zugibt.

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