Was hat Haarausfall mit Hashimoto (Rheuma der Schilddrüse) zu tun?

Aktualisiert: 20. Aug.


Junge Frau mit dichtem gelocktem Haar
Volles Haar - für viele ein unerreichter Traum

Das hat gar nichts miteinander zu tun, würden wohl die meisten Ärzte sagen.

Meine Erfahrung aus über 20 Jahren Vegatestuntersuchungen sagt mir etwas anderes.


Ich muss das etwas näher erklären, damit Sie es verstehen.

In der Schulmedizin wissen wir wenig über die Ursachen von Haarausfall. Wir kennen Haarausfall bei Erkrankungen der Kopfhaut oder Chemotherapie, aber ansonsten tappen wir oft im Dunkeln.


Bei den Vegatestuntersuchungen sehe ich 4 verschiedene Arten von Haarausfall.

  1. Der kreisrunde Haarausfall

Hier gehen die Haare fleckförmig aus. Kahle Stellen wechseln sich mit normalem

Haarwuchs ab. Diese Art von Haarausfall hat mit Rheuma nichts zu tun und wird

durch eine ganze Reihe anderer Stoffe ausgelöst. Diese Art von Haarausfall ist in

meistens gut zu behandeln und klingt in der Regel ab, wenn man die Belastung mit

den auslösenden Stoffen löscht.


2. Der androgenetische Haarausfall


Dies ist der Haarausfall der Männer, der sich mit zunehmendem Alter einstellt.

Der Haaransatz weicht immer mehr zurück, bis nur noch ein mehr oder wenig

breiter Haarkranz zurückbleibt. Verursacht wird diese Art von Haarausfall

durch die männlichen Sexualhormone. Ich kenne bis heute keine Möglichkeit

wie man den androgenetischen Haarausfall stoppen könnte.


3. Alopecia totalis bzw. Alopecia universalis

Hierbei handelt es sich um die dramatischste Form von Haarausfall. Die Haare gehen

büschelweise aus und große kahle Stellen breiten sich immer weiter am Kopf aus. Bei

dieser Form von Haarausfall kann es passieren, dass die Patienten komplett kahl

werden . Bei der Alopecia totalis gehen neben dem Kopf auch die gesamten Körper-

haare aus, lediglich die Augenbrauen bleiben erhalten. Bei der Alopecia universalis

verschwinden auch die Augenbrauen. Ursache für diese Form des Haarausfalls ist

nach meiner Erfahrung ein rheumatischer Prozess. Das Rheuma greift direkt die

Haarwurzeln an und es kommt zu einer zunehmenden Zerstörung.

Wenn der Prozess noch relativ frisch ist, hat man eine Chance, dass sich die Haar-

wurzeln nach Löschen der Rheuma auslösenden Stoffe wieder regenerieren.

Sollte der Haarausfall aber schon länger zurückliegen, sind die Haarwurzeln

durch die Zerstörung vernarbt und es ist in der Regel keine Regeneration mehr

möglich.


4. Der diffuse Haarausfall

Die Patienten bemerken, dass sie viel mehr Haare als sonst verlieren und die Haare

werden mit der Zeit immer dünner. Die Haardecke ist immer noch vollständig, nur die

Menge der Haare nimmt mit der Zeit immer mehr ab. Oft wird nach einer hormonellen

Ursache gefahndet, aber leider bekommt man das Geschehen häufig nicht gestoppt.

Ursache für diese Art von Haarausfall ist ebenfalls ein rheumatischer Prozess.

Allerdings kommt der Haarausfall auf eine ganz andere Weise zu Stande als bei der

Alopecia totalis/universalis.

Meistens kennen wir Rheuma als schmerzhafte Erkrankung der Gelenke. Rheuma ist

aber keine ausschließliche Gelenkerkrankung sondern eine Fehlsteuerung des

Immunsystems. Das führt dazu, dass der Körper die unterschiedlichsten Organe

als feindlich einstuft und sie angreift. Eine sehr häufige Form von Rheuma ist die

Hashimoto Schilddrüsenentzündung. Hier wird das Schilddrüsengewebe angegriffen

und zunehmend zerstört. Da die Schilddrüsenzellen prall mit gespeichertem Schild-

drüsenhormon gefüllt sind, wird für eine kurze Zeit ganz viel Hormon frei, wenn solch

eine Zelle platzt. Das führt zu den typischen Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion

wie Unruhe, Herzrasen, Übelkeit. Das wichtigste Symptom ist aber ein diffuser Haar-

ausfall. Da diese Hormonspitzen nur kurze Zeit andauern, kann man sie leider bei den

schulmedizinischen Bluttests nicht feststellen. Daher denkt man in der Regel nicht an

die Schilddrüse als Verursacher des Haarausfalls. Nach meiner Erfahrung lässt sich

der Haarausfall im Rahmen eines Hashimoto sehr gut behandeln. Nach Löschen der

Rheuma auslösenden Stoffe konnte der Haarausfall in der Regel gestoppt werden

und die Haare sind wieder nachgewachsen.



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