Schlafstörungen
Ursachen und Therapie

 

Schulmedizin

 

Beim Studium der Systematik der Schlafstörungen fällt auf, dass man sich nicht einmal in Bezug auf die Einteilung der Schlafstörungen einig ist. Selbst die Definition, was eine Schlafstörung ist, ist umstritten. Am besten verwendbar erscheint mir noch die Definition, dass man von einer Schlafstörung spricht, wenn der Patient morgens nicht erholt aufwacht. Die erforderliche Schlafdauer ist von Patient zu Patient immer etwas verschieden. Der Schlaf wird als optimal empfunden, wenn man rasch einschläft, bis zum Morgen ungestört durchschläft und dann gut erholt aufwacht. 

In der Schulmedizin wird unterschieden zwischen primären und sekundären Schlafstörungen. Gemeint ist damit, dass man bei der primären Schlafstörung keine andere Ursache des gestörten Schlafs feststellen kann während bei der sekundären Schlafstörung eine andere Ursache für den gestörten Schlaf verantwortlich ist. Als mögliche Ursachen einer sekundären Schlafstörung kennt man die Prostatavergrößerung oder die Herzinsuffizienz beim älteren Menschen. Durch häufiges nächtliches Wasserlassen wird der Schlaf dann immer wieder unterbrochen. Bei depressiven Patienten findet man ebenfalls in vielen Fällen einen gestörten Schlaf. 

Die Therapieempfehlungen der Schulmedizin reichen von Verhaltenstherapie (die Patienten sollen über die sogenannte Schlafhygiene aufgeklärt werden), über Abstinenz von Coffein, aufputschenden Stoffen wie Drogen oder Energy Drinks, bis zum Einsatz konventioneller Schlafmittel oder Antidepressiva. Wenn man ehrlich ist, herrscht in Bezug auf die Therapie von Schlafstörungen weitgehende Hilflosigkeit. Während meiner Tätigkeit als Hausarzt habe ich immer wieder versucht Patienten vom Schlafmittelmissbrauch abzuhalten. Mangels wirksamer Alternativen mussten die Patienten aber doch immer wieder zu Schlafmitteln greifen.

Vegamedizin

 

Mittlerweile kenne ich 41 Stoffe, deren Informationen das Potential haben, einen gesunden Schlaf zu verhindern. Mich hatte immer die Frage interessiert, über welche Mechanismen der Schlaf gestört wird. Daher habe ich dann versucht durch Vegatestuntersuchungen herauszufinden, an welchen Strukturen oder Hirnarealen die störenden Informationen ihre Wirkung entfalten. Der folgende Abschnitt beschreibt die kausalen Zusammenhänge, wie ich sie bei Vegatestuntersuchungen gefunden habe. Die Zusammenstellung deckt sich nicht mit den Vorstellungen der Schulmedizin und ist auch nicht durch sogenannte wissenschaftliche Untersuchungen zu belegen. Da die meisten meiner Patienten durch die Therapie aber wieder sehr gut schlafen, sind diese Beobachtungen vielleicht doch eine nähere Betrachtung wert.

Krankheitsentstehung

 Thalamus

Der größte Teil der bislang gefundenen 41 Stoffe führt zu einer Irritation des Thalamus. Der Thalamus ist Teil des sogenannten Zwischenhirns. Er ist eine zentrale Schaltstelle zwischen dem Nervensystem und dem Großhirn. Die Funktion des Thalamus besteht darin, die Signale und Informationen, die von den Rezeptoren und vom peripheren Nervensystem zum Gehirn gelangen, zu filtern. Er entscheidet darüber, was so wichtig ist, dass es direkt zum Großhirn weitergeleitet werden muss und was wegen Unwichtigkeit weggefiltert werden kann. Deswegen nennt man den Thalamus auch das Tor zum Großhirn. 

Unser Körper ist permanent einer immensen Fülle von Signalen (akustisch, optisch, Gerüche, taktile Reize) ausgesetzt. Wenn alles ungefiltert ans Großhirn weitergeleitet würde, wäre unser Gehirn mit einem Schlag wegen Arbeitsüberlastung schachmatt. Man kann sich eine solche Situation wie einen Hackerangriff vorstellen. Durch das Kapern vieler fremder Computer bilden Hacker manchmal ein Bot Netz. Dieses Bot Netz überflutet dann den Zielcomputer dermaßen mit Informationen oder Anfragen, dass das betroffene System zusammenbricht. Wenn durch krankhaft verarbeitete Informationen eine ständige Irritation des Thalamus stattfindet, hat das zur Folge, dass das Aufmerksamkeitsniveau auch in der Nacht, wo das ganze System inaktiver werden sollte, zu hoch ist. Dadurch werden zu viele Informationen ans Großhirn weitergeleitet, und der Patient findet keine richtige Nachtruhe.

Epiphyse

Der dritte Mechanismus ist eine Irritation der Epiphyse. Die Epiphyse ist ein kleines Hirnareal, das auch Zirbeldrüse genannt wird. Auch die Epiphyse ist Teil des Zwischenhirns. Sie produziert unter anderem Melatonin, das für die Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus mitverantwortlich ist. Die Aktivität der Epiphyse hängt stark von der Licht-einstrahlung ab. Ihre Hauptaktivität entfaltet sie generell in den Nachtstunden. Möglicherweise kann über eine krankhafte Irritation der Epiphyse der ganze Steuerungsmechanismus für den Schlaf gestört werden. Immerhin scheinen sich nach meinen Testbefunden 10 der 33 Stoffe, die den Schlaf stören, gegen die Epiphyse zu richten.

Sympathikus

Der zweite Mechanismus der Schlafstörung ist der erhöhte Sympathikotonus. Das vegetative Nervensystem der Menschen besteht aus zwei gegensätzlich arbeitenden Teilen. Der erste Teil ist der Sympathikus, der sogenannte Stressnerv. Der Sympathikus ist dafür verantwortlich, uns in Gefahrensituationen „Feuer unterm Hintern“ zu machen. Wenn Gefahr droht, steigt innerhalb von Sekundenbruchteilen die Aktivität des Sympathikus. Es werden Stresshormone ausgeschüttet, der Blutdruck steigt kurzfristig rasch an und der Mensch ist kampfbereit, um die drohende Gefahr abzuwehren. Nach Ende der Gefahrensituation wird der Gegenspieler des Sympathikus, nämlich der Vagusnerv aktiv und führt alle Funktionen wieder auf das Ausgangsniveau zurück. 

Im Tagesverlauf verändern sich die Aktivitäten von Vagus und Sympathikus, nach dem sogenannten Biorhythmus bzw. der circadianen Periodik. Wenn wir morgens aufwachen sind die meisten Menschen noch schläfrig und werden dann erst langsam durch Kaffee und durch die zunehmende Sympathikusaktivität leistungsfähig. Wenn wir abends dann zur Ruhe kommen, nimmt die Vagusaktivität wieder stärker zu. Beim Einschlafen ist es wichtig, dass der Sympathikus nicht ständig dazwischen spuckt, sondern der Vagusnerv uns ungestört immer ruhiger machen kann.  

Es gibt mehrere Stoffe, die den Sympathikus irritieren können. Das führt zu einer gesteigerten Aktivität des sympathischen Nervensystems. Durch diese Aktivitätssteigerung kommt es in erster Linie zu Einschlafstörungen. Die Patienten erzählen immer die gleiche Geschichte. Sie gehen abends todmüde ins Bett. Sobald sie dann im Bett liegen sind sie hellwach und kommen nicht zur Ruhe. Manchmal kann es Stunden dauern, bis sie das erste Mal einschlafen.

 

Wenn Patienten unter Schlafstörungen leiden, liegen meist sogenannte Mischbilder vor. Das heißt, dass die Betroffenen über Ein und Durchschlafstörungen klagen. Häufig brauchen die Patienten 2 Stunden, bis sie endlich einschlafen. Nach 1-2 Stunden Schlaf ist dann die Nacht schon fast wieder vorbei. Allenfalls in den Morgenstunden, kurz bevor sie aufstehen müssen, können sie nochmal kurz einschlafen. 

Bei meinen Patienten habe ich so gut wie nie äußere Faktoren, wie Coffein Missbrauch, Drogen oder andere Aufputschmittel als Ursache erfragen können. Wer so schlecht schläft, wie oben beschrieben, hat einen enormen Leidensdruck und versucht in der Regel schon selbst alle Faktoren zu eliminieren, die den Schlaf stören könnten. Andererseits konnte ich in der Regel den Bezug zu den gestörten Hirnarealen bzw. zur Sympathikusstörung feststellen, so wie ich sie oben beschrieben habe. Patienten, die gut einschlafen und dann mehrfach nachts wach werden, zeigen meistens auch nur Belastungen, die den Thalamus und die Epiphyse irritieren. 

Man sollte von Anfang an alle 41 Stoffe in die Therapie von Schlafstörungen einbeziehen, um ein späteres Switchen (Ausweichen auf andere Stoffe, die noch nicht mitbehandelt waren), zu verhindern. Dieses Konzept hat sich sehr bewährt. So konnte den meisten meiner Patienten, die an Schlafstörungen litten, sehr gut geholfen werden. Wenn dann unter der Therapie die Schlafdauer von 3-4 Stunden pro Nacht auf 7 Stunden pro Nacht ansteigt und der Schlaf auch noch erholsam ist, hat sich die Lebensqualität enorm verbessert.

(Auszug aus dem Buch von Dr. R. Walter „Rheuma, Migräne, Depression … Krebs“, leicht modifiziert)